Calanda – Wanderung mit dem Skiclub im September 2018

An diesem Sonntag im September waren wir zwar nicht so viele Teilnehmer wie auch schon, aber trotzdem ein lustiges Trüppchen mit 9 Personen, als wir in Chur-Haldenstein loswanderten. Es war ein wunderschöner, heisser Spätsommertag. Von Anfang an ging es immer bergauf, durch den schönen lichten Wald und vorbei an den zwei Maiensässen Arella und Nesselboden sowie einzelnen Ferienhäuschen. Gerade ein Zuckerschlecken war die Wanderung nicht, steil und steinig ging es bergauf: die einen bewältigten die 1500 Höhenmeter mit mehr, die anderen mit weniger Mühe. Endlich erreichten wir die Alp Altsäss. Von hier aus, bereits oberhalb der Baumgrenze, konnten wir die Calanda-SAC-Hütte (2070 müM) schon sehen. Mit dieser Aussicht ging es natürlich etwas fixer voran. Allerdings waren die üblichen Verdächtigen bereits am Bier, als die letzten durstigen Gruppenmitglieder eintraffen. Yvonne und Hans aber hatten immer noch nicht genug und spurteten zusätzliche 800 Höhenmeter auf den Haldensteiner Calanda hinauf und wieder hinunter. Wir hingegen setzten uns an einen wunderschönen, grossen holzigen Tisch und bestellten ein, zwei feine chalte Plättli und etwas Kühles zum Trinken dazu. Von hier aus konnten wir die zwei mit dem Feldstecher «verfolgen». Nachdem es dann doch etwas kühler geworden war, bezogen wir unseren Schlag. Das Nachtessen wurde im gemütlichen Essraum serviert. Es war gut und reichlich. Wir wanderten alle recht früh einen Stock höher in die Federn. Das alles mit Stirnlampen und Handy-Taschenlampen. Einzig im WC und Waschräumchen hatte es etwas Licht. Dummerweise hatten wir in unserem Schlag einen Extrem-Schnarchler, der mitten in der Nacht begann, in allen Höhen und Tiefen zu schnarchen. Keiner aus unseren Reihen sondern ein «Fremder Fötzel». Jeder Skiclübler war wach, aber irgendwie war es uns zu mühsam, diesen Rowdy aus dem Schlag zu werfen und jeder dachte, er sei die einzig wache Person im ganzen Schlag. Am nächsten Morgen ging es schon früh los, alles der Bergflanke entlang bis zum Sennenstein. Dabei genossen wir den freien Blick hinunter nach Domat/Ems und hinüber zum Dreibündenstein. Wir mussten aufpassen, da der Weg recht schmal und mit Felsplatten gebaut ist. Kurz vor dem Abstieg zum Kunkelspass traffen wir noch einige Sennen, die die restlichen Rinder, Kühe und Kälber ins Tal treiben mussten. Vermutlich, weil wir wussten, dass die Tiere hinter uns den gleichen steilen Weg ins Tal nehmen würden, beeilten wir uns. Das gab dann in den folgenden Tagen ziemlich Muskelkater bei allen. Wir hatten uns schon einen feinen Kafi vorgestellt nach dem Mittagessen, aber leider war das Restaurant auf dem Kunkelspass geschlossen. Dann eben nicht! Von hier an ging es sehr angenehm auf einem schönen Wanderweg nach Vättis hinunter. Hier hätten wir zwar gleich den Bus erwischen können, aber wir entschlossen uns, zuerst Kaffee zu trinken und einen Coupe zu bestellen. Mit dem Postauto fuhren wir nun nur bis Valens und wanderten von da weg nochmals sehr steil hinunter in die Tamina-Schlucht, zur Heilquelle der Tamina. Das noble Kurhaus mit seinem Restaurant liessen wir links liegen und zwängten uns immer zu zweit für 5 Franken durch das Eingangs-Trülli. Dies nicht etwa, weil wir sparen wollten, sondern weil wir nicht soviel Münz dabei hatten. Ueli bewachte unsere Rucksäcke. Schon der Gang durch die düstere Enge vermittelte das bedrängende Gefühl, das früher die Kranken befallen haben muss, als sie in den Körben 70 m hinunter gelassen wurden. Zwei Jäger sollen 1240, also noch vor der Gründung der Alten Eidgenossenschaft, am Fluss der Tamina eine Quelle mit über 36 ° warmem Wasser entdeckt haben. Die Mönche des nahen Klosters erkannten bald darauf die heilende Kraft dieses Wassers bei rheumatischen Beschwerden. Da wir ja kein Bad zur Linderung unserer schmerzenden Glieder genommen hatten, nahmen wir den Bus bis zum Bahnhof. Unser Zug fuhr nur einige Minuten später ab, Richtung Zürich Oberland. Einmal mehr hat es Spass gemacht und der Muskelkater gehört dazu!

04.10.2018 / Moni Bolt